EUR/GBP auf 16-Monats-Tief bei 0,8447: Frankreich belastet den Euro
Das 16-Monats-Tief des EUR/GBP bei 0,8447 wurde am Montag getestet, da die mit Frankreich verbundene Euro-Schwäche erneut Verkaufsdruck auslöste. Frankreichs Verschuldung, die politische Blockade und soziale Unruhen rücken den Euro in den Fokus der Devisenhändler.
Die wichtigsten Punkte
- Abverkauf über zwei Wochen: EUR/GBP fiel in den vergangenen zwei Wochen um rund 1,7 %.
- Französische Risikoprämie: Der Spread zwischen 10-jährigen OAT und Bunds lag am Montag laut FXStreet bei 141 Basispunkten, dem höchsten Stand seit 2012.
- Stärke des Pfunds: Das Pfund zeigt im bisherigen Oktober eine der besten Performances unter den G8-Währungen.
Was ist passiert?
EUR/GBP setzte am Montag den Abwärtstrend fort und notierte laut FXStreet zum Redaktionsschluss bei 0,8447. Der 14-Perioden-RSI im 4-Stunden-Chart fiel unter 30, was auf überverkaufte Bedingungen hindeutet. Der MACD ist negativ.
Das Pfund erhielt Unterstützung durch die Wachstumsaussichten des Vereinigten Königreichs. Analysten der Commerzbank erklärten: „Die verbesserten Wachstumsaussichten dürften es der Bank of England erleichtern, die Zinsen weiter anzuheben, um der Inflation entgegenzuwirken.“
Auf der Euro-Seite stand Frankreich im Mittelpunkt. Die Studentenproteste dauern nun schon die dritte Woche an und verstärken die Sorgen um die Finanzen und die Politik des Landes.
Hintergrund
Die Euro-Schwäche hängt mit der stark steigenden französischen Verschuldung, einer politischen Blockade und sich ausweitenden sozialen Unruhen zusammen. Dem französischen Kabinett fehlt Berichten zufolge die parlamentarische Unterstützung für wesentliche Reformen vor den Präsidentschaftswahlen 2027.
Diese politische Blockade schlägt sich an den Anleihemärkten nieder, wo sich der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen ausgeweitet hat. Das Pfund profitierte unterdessen von den Erwartungen weiterer geldpolitischer Straffungen der Bank of England.
Auswirkungen auf den Markt
- EUR/GBP: Der Euro ist anfällig für den fiskalischen und politischen Stress in Frankreich, während das Pfund von möglichen BoE-Zinserhöhungen gestützt wird. Die Momentum-Indikatoren im 4-Stunden-Chart sind überverkauft.
- USD/JPY: Das Paar notierte über 158,00, begleitet von Spekulationen, dass die Behörden zur Stützung des Yen eingreifen könnten (Referenzkurs, 2026-10-12: 158,3300). Die Quelle sagt nicht, ob eine Intervention stattgefunden hat.
- AUD/USD: Das Paar blieb in der asiatischen Handelssitzung unter 0,7000, da die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren RBA-Zinserhöhung im November den Australischen Dollar deckelte (Referenzkurs, 2026-10-12: 0,6974).
- Gold: Das Edelmetall fiel von einem Einwochenhoch auf ein Tagestief um 4.170 $ in der frühen europäischen Sitzung. Ein festerer US-Dollar und ein restriktiver Ausblick der Fed belasteten.
Worauf Trader als Nächstes achten sollten
- EUR/GBP Unterstützung und Widerstand: Unterstützung liegt bei 0,8405-0,8415 (Tiefs von Anfang Juni 2025) und 0,8355 (Tief vom Mai 2025). Widerstand liegt bei 0,8485, 0,8490 (Hoch vom 6. Oktober) und 0,8500 (Tief vom 1. Oktober).
- Zinspfad der Bank of England: Mögliche weitere Zinserhöhungen stützen das Pfund. Ein Entscheidungstermin wird in der Quelle nicht genannt.
- Französische Politik vor 2027: Die fehlende parlamentarische Unterstützung für Reformen hält den OAT-Bund-Spread und den Euro vor den Präsidentschaftswahlen im Fokus.
Fazit
EUR/GBP notiert auf einem 16-Monats-Tief, da die politische und fiskalische Belastung in Frankreich auf ein durch BoE-Zinserwartungen gestütztes Pfund trifft. Für EUR/GBP-Trader sind der französische Anleihespread und die Zinssignale aus Großbritannien die beiden in der Quelle genannten Treiber.
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Quelle: FXStreet
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