China Goldimporte: Rekord von 158,8 Mrd. $ in acht Monaten, PBOC kauft seit 23 Monaten
Die chinesischen Goldimporte erreichten in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 mit 158,8 Milliarden $ einen Rekordwert, während die People's Bank of China nun seit 23 Monaten in Folge Gold kauft. Für Devisen- und Metallhändler sind die Käufe relevant, weil sie in eine Phase fallen, in der der Goldpreis von seinem Januar-Hoch zurückgekommen ist und die US-Renditen gestiegen sind.
Die wichtigsten Punkte
- Rekordimporte: China importierte von Januar bis August mehr als 1.000 Tonnen Gold und damit mehr als die 886 Tonnen im gesamten Jahr 2025.
- PBOC-Serie: Die Zentralbank stockte im September um rund 23 Tonnen auf, der größte Monatskauf seit fast drei Jahren.
- Abbau von US-Staatsanleihen: Chinas Bestände an US-Staatsanleihen sanken im Juli auf ein 18-Jahres-Tief von 618 Milliarden $.
Was ist passiert?
Daten der SAFE zeigen, dass die PBOC im September rund 23 Tonnen hinzukaufte und damit die längste Kaufserie seit mindestens 2015 verlängerte. Laut Zolldaten beliefen sich Chinas Goldimporte in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 auf mehr als 1.000 Tonnen im Wert von 158,8 Milliarden $. Die Importe des gesamten Jahres 2025 beliefen sich auf 96,5 Milliarden $.
Aakash Doshi von State Street Investment Management erklärte, die Goldimporte der Verbraucher hätten im Berichtszeitraum ein Rekordniveau erreicht. Die steigenden Aufschläge auf Chinas Onshore-Preise deutete er als Zeichen einer „stärkeren saisonalen Winternachfrage“.
Carsten Menke von Julius Baer schätzte, dass die Zentralbank bis Ende August in diesem Jahr rund 190 Tonnen gekauft hat, darunter 110 Tonnen, die nicht gemeldet wurden. Er brachte die Käufe zudem mit Pekings Plan in Verbindung, einen tieferen heimischen Goldmarkt aufzubauen, wofür die Bestände aufgefüllt werden müssen.
Hintergrund
Von CNBC zitierte Analysten verweisen sowohl auf staatliche als auch auf private Motive. Menke bezeichnete das Hauptmotiv der PBOC als politisch und nannte „die Instrumentalisierung des US-Dollars und den damit verbundenen Wunsch, als Reserveanlage weniger von US-Staatsanleihen abhängig zu sein“. Westliche Regierungen froren nach der Invasion der Ukraine 2022 die Vermögenswerte der russischen Zentralbank ein. Das zeigte, dass im Ausland gehaltene Reserven eingeschränkt werden können, Gold in den eigenen Tresoren eines Landes dagegen nicht.
Privathaushalten bleiben nur wenige Alternativen. Der Immobilienmarkt steckt in einer mehrjährigen Flaute, der CSI 300 liegt in diesem Jahr rund 8 % im Minus, während der S&P 500 um 13 % zugelegt hat, und die Rendite einjähriger chinesischer Staatsanleihen ist auf etwa 1,2 % gefallen, verglichen mit rund 4,46 % in den USA. Ole Hansen von der Saxo Bank sagte, die Opportunitätskosten für das Halten von Gold seien in China deutlich niedriger als in vielen westlichen Märkten.
Gold fiel im September um mehr als 8 % auf rund 4.176 $ je Unze, nachdem es im Januar mit über 5.500 $ ein Rekordhoch erreicht hatte. Ewa Manthey von ING sagte, die chinesischen Käufe seien zu einer wichtigen Quelle struktureller Unterstützung geworden; Zentralbanken kauften langfristig und reagierten weit weniger preissensibel als Privatanleger.
Marktauswirkungen
- XAU/USD: Der Rückgang des Goldpreises im September auf rund 4.176 $ je Unze erfolgte bei robusten US-Renditen; laut Quelle half die chinesische Nachfrage, einen tieferen Fall zu begrenzen. Doshi prognostiziert 4.750 bis 5.500 $ bis Ende des ersten Quartals 2027.
- USD/CNY: Hansen nannte einen schwächeren Yuan als Risiko für die chinesische Goldnachfrage, da er das Metall im Inland verteuert. Der EZB-Referenzkurs für USD/CNY lag am 12.10.2026 bei 6,6910 und dient hier nur als Kontext.
- US-Staatsanleihen: Chinas Bestände von 618 Milliarden $ im Juli bedeuteten ein 18-Jahres-Tief. Die Quelle bringt dies mit Pekings Diversifizierung der Reserven weg von Dollar-Anlagen in Verbindung.
Worauf Anleger als Nächstes achten sollten
- Nächste SAFE-Reservedaten: Sie zeigen, ob die PBOC ihre Kaufserie über 23 Monate hinaus fortsetzt.
- Kurs der Federal Reserve: Laut Quelle hat die Fed signalisiert, dass für 2026 eine weitere Zinserhöhung im Raum steht; höhere Zinsen belasten tendenziell den Goldpreis.
- Chinesischer Immobilienmarkt und Aktien: Hansen sagte, neues Vertrauen dort oder höhere Einlagenzinsen könnten die Goldnachfrage dämpfen.
Fazit
Chinas Zentralbank und Privathaushalte kaufen Gold in Rekordtempo, und die von CNBC zitierten Analysten sehen darin eine strukturelle Stütze für das Metall. Hansen sagte, ein dauerhafter Wandel setze voraus, dass Zentralbanken das Interesse an der Diversifizierung ihrer Reserven verlieren und die geopolitischen Spannungen nachlassen, und fügte hinzu, „beides erscheint nicht besonders unmittelbar bevorzustehen“.
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Quelle: CNBC
Foto von Scottsdale Mint auf Unsplash
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